Alle wundern sich, warum die AfD in Sachsen-Anhalt und auch bundesweit in den Umfragen so erfolgreich ist. Die Antwort darauf kann aber nicht darin bestehen, lediglich gegen die AfD zu sein oder nach einem Parteiverbot zu rufen. Das greift zu kurz.
Die Hetze der AfD gegen Migrantinnen und Migranten ist zurückzuweisen. Doch wer den Aufstieg der AfD verstehen und bekämpfen will, darf bei dieser Feststellung nicht stehen bleiben.
Die AfD hat weder Sozialabbau noch steigende Mieten, Lohndruck oder den Abbau öffentlicher Leistungen verursacht. Diese Politik wurde und wird von den etablierten bürgerlichen Parteien betrieben. Die soziale Unsicherheit, unter der viele Menschen leiden, ist real – die AfD lenkt den Unmut darüber lediglich auf die falschen Gegner.
Genau darin liegt die Gefahr rechter Demagogie: Beschäftigte und sozial Benachteiligte werden gegeneinander ausgespielt, während die Eigentums- und Machtverhältnisse unangetastet bleiben. Auch die GSF-Materialien weisen darauf hin, dass rechte Bewegungen sozialen Unmut aufgreifen und ihn gegen Migranten und andere Sündenböcke richten.
Wer also wirklich gegen die AfD vorgehen will, sollte nicht nur fragen, was die AfD sagt, sondern auch, warum sie damit so erfolgreich ist.
Antifaschismus muss deshalb mit dem Kampf gegen Sozialabbau und kapitalistische Ausbeutung verbunden werden. Nicht Migranten sind die Gegner der arbeitenden Menschen, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse, die sie gegeneinander ausspielen.
Wer die AfD schwächen will, muss ihren sozialen Nährboden bekämpfen.